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Kistner, J.; Marshall, J.; Dipper, L. (2015)
Languages: English
Types: Unknown
Subjects: P1
Hintergrund und Fragestellung\ud Alltägliche Kommunikation beschränkt sich nicht nur auf den verbalen Austausch von Information. Vielmehr spielen auch Gesten eine wesentliche Rolle. Bei Sichtkontakt vermitteln sie dem Gesprächspartner zusätzliche Informationen und tragen auch zur Erklärung abstrakter Inhalte bei. Studien weisen darauf hin, dass Gesten nicht nur zugunsten des Gesprächspartners produziert werden, sondern dass sie auch den Sprecher unterstützen. Durch ihre Bedeutung im Gespräch hat die Gestenproduktion bei Aphasie einen zentralen Bestandteil in der Forschung. Es ist wichtig, herauszufinden, wie Aphasiker (im Vergleich zu Sprachgesunden) Gesten sowohl sprachbegleitend als auch sprachersetzend im Gespräch einsetzen. Dieses Wissen kann einen Einfluss auf mögliche Behandlungsmethoden haben und Strategien aufzeigen, die die alltägliche Kommunikation unterstützen. Desweiteren kann die Erforschung der Gestenproduktion bei Spracheinschränkung auch zur theoretischen Diskussion über die Beziehungen zwischen Sprache und Gestik beitragen. Die meisten Studien haben sich bisher überwiegend auf die Auswirkungen von Gestik in strukturierten Benennaufgaben konzentriert. Diese Studie untersucht den Einsatz sprachbegleitender Gestik in natürlichen Gesprächssituationen, um so eine Reihe von relevanten Forschungsfragen zu beantworten: (1) In welchem Ausmaß produzieren Aphasiker und Kontrollpersonen semantisch reiche Gesten? (2) Welche Auswirkungen haben semantische Kompetenzen auf die Gestenproduktion? (3) Übernehmen semantisch reiche Gesten im Gespräch verschiedene Funktionen? Gibt es unterschiedliche Verteilungsmuster für Aphasiker und Kontrollpersonen? (4) Rufen verschiedene Gesprächsthemen (d.h. narrative und prozedurale) unterschiedliche Gesten hervor? \ud \ud Methodik\ud 20 Aphasiker und 21 neurologisch gesunde Kontrollpersonen haben an der Studie teilgenommen. Im Vorfeld wurden eine Reihe linguistisch-kognitiver Tests durchgeführt, inklusive Tests zur Ermittlung verbaler und non-verbaler semantischer Fähigkeiten. Insgesamt wurden sechzehn Minuten an narrative und prozeduralen Gesprächsdaten erhoben. Videodaten wurden transkribiert und in Bezug auf Sprach- und Gestenproduktion analysiert. Semantisch reiche Gesten (ikonische, metaphorische, pantomimische, emblematische Gesten und Luftschreiben & Zahlen) wurden semantisch leeren Gesten (deiktische Gesten, Beats und andere Gesten) gegenüber gestellt. Weiterhin wurden Wortfindungsstörungen (WFS) und deren Kombination mit Gesten identifiziert, um verschiedene Funktionen semantisch reicher Gesten (fazilitativ, kommunikativ, unterstützend und ersetzend) zu ermitteln. \ud \ud Ergebnisse\ud Sowohl Aphasiker als auch Kontrollpersonen verwendeten signifikant mehr semantisch reiche Gesten als semantisch leere (F (1,37) = 22.057, p < .001). Dies war insbesondere in den prozeduralen Gesprächen der Fall (F (1, 39) = 61.485, p < .001). Unterschiede zeigten sich bei den verschiedenen Funktionen der Gesten: Beide Gruppen verwendeten rund 50% aller Gesten zum Lösen von WFS. Während die andere Hälfte bei den Kontrollpersonen überwiegend sprachbegleitend zur zusätzlichen Informationsvermittlung eingesetzt wurde, gestikulierten Aphasiker zum großen Teil während nicht gelöster WFS. Sprachersetzende Gesten traten bei beiden Gruppen nur sehr selten auf. Überraschenderweise konnte bei den Aphasikern kein Zusammenhang zwischen verbalen und non-verbalen semantischen Fähigkeiten und der Produktion dieser Gesten festgestellt werden (rs (17) = .230, n.s.; rs (17) = .362, n.s.). \ud \ud Diskussion\ud Die Studie bestätigt vorausgehende Ergebnisse, dass in Bezug auf Anzahl und Art der Gesten kein Unterschied zwischen Aphasikern und Kontrollpersonen festgestellt werden konnte. Erst mit der weiteren Betrachtung der Gestenfunktion wurden Unterschiede sichtbar: Während Kontrollpersonen Gesten überwiegend zur eigenen Unterstützung oder zur Untermalung des Gesprochenen verwendeten, gestikulierten Aphasiker mehr für ihren Gesprächspartner und zogen ihn in die aktive Suche bei WFS ein. \ud \ud Literatur\ud Kendon, A. (1997). Gesture. Annual Review of Anthropology, 26, 109-128.\ud Krauss, R. M., Chen, Y., & Chawla, P. (1996). Nonverbal behavior and nonverbal communication: What do conversational hand gestures tell us? In M. Zanna (Ed.), Advances in experimental social psychology (pp. 389-450). Diego, CA: Academic Press.\ud McNeill, D., Cassell, J., & McCullough, K.-E. (1994). Communicative effects of speech-mismatched gestures. Research on Language and Social Interaction, 27(3), 223-237.\ud Rose, M. L. (2006). The utility of arm and hand gestures in the treatment of aphasia. Advances in Speech-Language Pathology, 8(2), 92-109. Wilkinson, R. (2010). Interaction-focused intervention: A conversation analytic approach to aphasia therapy. Journal of Interactional Research in Communication Disorders, 1(1), 45-68.

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